Mittige Drucktaste · Label „EaGT" = Erlaubnisabgabegruppentaste (Aufbau wie Feld 24 FRT, Farbe wie Feld 12 BlGrT)
▲ Feld-Layout (echter Stelltisch-Aufbau, dunkelgrau-grün kariert wie Feld 12)
EaGT
Dunkelgraues Feld = wie Feld 12 (BlGrT-Stil)Drucktaste (klickbar — gleicher Stil wie WGT/FRT)
Hinweis: Die EaGT dient der Erlaubnisabgabe an einen anderen Fahrdienstleiter (z.B. bei Zugübergabe an die Nachbarstelle). Bedienung erfolgt gemeinsam mit der entsprechenden Signaltaste.
Was ist die Erlaubnisabgabegruppentaste (EaGT)?
Die EaGT (Erlaubnisabgabegruppentaste) ist eine Gruppentaste zur Erlaubnisabgabe an einen anderen Fahrdienstleiter (Fdl) — typischerweise bei der Zugübergabe an die Nachbarstelle oder beim Übergang in einen anderen Stellbezirk.
Sie kommt zum Einsatz, wenn ein Zug die Grenze des eigenen Stellbezirks erreicht und an den nächsten Fdl übergeben werden muss. Mit der EaGT-Bedienung wird die fahrstraßen-technische Erlaubnis an den nachfolgenden Stellbezirk abgegeben.
Bedienung
Um eine Erlaubnis abzugeben, betätigen Sie die EaGT immer gemeinsam mit der entsprechenden Signaltaste (Übergabetaste) des betroffenen Signals:
1. EaGT — die Erlaubnisabgabegruppentaste (dieses Feld, mittige Drucktaste)
2. Signaltaste — die Übergabetaste des betroffenen Signals (z.B. Blocksignal zur Nachbarstelle)
Das Stellwerk registriert die Erlaubnisabgabe und signalisiert dem nachfolgenden Stellbezirk die Fahrtbereitschaft. Die Bedienung wird im Stellwerk-Logbuch und in der Bedienungsprotokollierung erfasst.
Wichtige Details
2-Tasten-Bedienung
EaGT + Signaltaste
Die EaGT alleine bewirkt nichts. Sie muss immer mit der Signaltaste des Übergabesignals gedrückt werden. Damit wird sichergestellt, dass die Erlaubnis nur für das richtige Signal abgegeben wird.
Stellbezirksgrenze
Übergang an Nachbarstelle
Die EaGT kommt nur an Stellbezirksgrenzen zum Einsatz — also dort, wo ein Zug vom eigenen Bezirk in den Bezirk eines anderen Fdl übergeht. Innerhalb des eigenen Bezirks ist sie nicht relevant.
Dokumentationspflicht
Logbuch-Eintrag erforderlich
Jede EaGT-Bedienung wird im Stellwerk-Logbuch erfasst — inklusive Zeitstempel, betroffenes Signal und Bediener-Kennung. Bei Zugübergaben ist die Abgabezeit wichtig für die nachfolgende Betriebsabwicklung.
Unterschied zu FRT
EaGT vs. FRT
Die EaGT gibt eine Erlaubnis an einen anderen Fdl ab (Schnittstelle nach außen). Die FRT aus Feld 24 hingegen nimmt eine Fahrstraße im eigenen Bezirk zurück (interne Rücknahme). Beide sind Gruppentasten, haben aber unterschiedliche Wirkungsrichtungen.
Ril 482 · Richtlinien-Referenz
Ril 482.4800 (Erlaubnisabgabe)
„Die Erlaubnisabgabegruppentaste (EaGT) dient der Abgabe der Fahrerlaubnis an einen anderen Fahrdienstleiter an Stellbezirksgrenzen. Die Bedienung erfolgt gemeinsam mit der Signaltaste des Übergabesignals."
Ril 482.4810 (Zugübergabe)
„Bei Übergang eines Zuges in einen anderen Stellbezirk ist die Fahrerlaubnis durch den abgebenden Fdl an den übernehmenden Fdl zu übertragen. Die EaGT ist das technische Hilfsmittel hierzu."
Ril 482.4820 (Dokumentation)
„Jede Erlaubnisabgabe ist im Stellwerk-Logbuch zu dokumentieren. Die Abgabezeit und das betroffene Signal sind festzuhalten."
Achtung: Eine EaGT-Bedienung darf nur erfolgen, wenn der Zug tatsächlich bereit ist, in den nächsten Stellbezirk überzugehen. Eigenmächtige Erlaubnisabgabe kann zu gefährlichen Betriebszuständen führen, wenn der übernehmende Fdl nicht vorbereitet ist.
Praxis-Bezug Albstadt-Ebingen
In Albstadt-Ebingen ist die EaGT an den Stellbezirksgrenzen zu den Nachbarstellen verfügbar:
Richtung Tübingen — Übergang an die Nachbarstelle Albstadt-Lautlingen
Richtung Sigmaringen — Übergang an die Nachbarstelle Stetten am kalten Markt
Bei einer Zugübergabe drückt der Fdl in Albstadt-Ebingen die EaGT + die Übergabetaste des Blocksignals. Der übernehmende Fdl in der Nachbarstelle sieht die Erlaubnis und kann die Fahrstraße in seinem Bezirk einstellen. Die Bedienung wird im Logbuch beider Stellen mit Zeitstempel erfasst.
In Albstadt-Ebingen (SpDrS60-Bauart) ist die EaGT eine selten benutzte Gruppentaste — die meisten Zugübergaben laufen standardisiert nach Fahrplan und Bedienungsanweisung. Sie ist die „Brücke" zwischen den Stellbezirken.